Frontlines: Fuel of War Story in

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Frontlines Hintergrund-Geschichte

Kurzfassung

Was, wenn unsere globale Energieversorgnung früher oder später ausgeht?

Die Welt von Frontlines: Fuel of War

Wie es dazu kam
Wayne Andrews, AP News – übermittelt am 20. Februar 2024

Öl. Praktisch jeder Aspekt unserer modernen Zivilisation hängt davon ab.
Was würde also passieren wenn es ausgehen würde?

Exakt dieser Fall trat 2024 ein. Zugegeben, es geschah nicht aus heiterem Himmel,
als ob jemand den Hahn zugedreht hätte. Nein, die Ereignisse erstreckten sich über
einen längeren Zeitraum. Es begann im Sommer 2008, als die Internationale Nachfrage
von Öl die Fähigkeit der Ölproduzenten, jenes aus der Erde zu pumpen, übertraf.
Man nannte es „Peak Oil“.

Rückblickend kann man sich denken was als nächstes geschah: Der Preis des Öls schoss
von 60$ auf über 100$ pro barrel. Abgesehen davon, das man jetzt mehr für Gas und Heizung
zahlen musste, fiel der Umstand nicht weiter auf. Man ging davon aus das der Preis wieder
fallen würde. Stattdessen jedoch begannen die Preise unwiederruflich zu steigen,
was sich langsam auf die globale Wirtschaft auswirkte und die Energie in den Vordergrund
der Politik rückte.

Anfangs war es lediglich eine Rezession, die Preise stiegen, die Gehälter fielen,
die Leute schnallten ihre Gürtel enger und warteten darauf, das es vorbeiging.
Aber es ging nicht vorbei. Die Rezession ebnete der Wirtschaftskrise den Weg.
Die Arbeitslosigkeit schellte in die Höhe, die Bank Korruption stieg,
und die Geschäfte gingen ein. Der globalisierte Handel startete zu langsam.
2012 lies die Wirtschaft der industialisierten Länder aufgrund der Arbeitslosigkeit
und mangelnden Einkünften nach. Autos sowie Langstreckenreisen wurden zu Luxus.
Die Leute kamen mit weniger zurecht. Die Mikrowirtschaft, sei es Wind- oder Solarstrom,
kleine Gärten im Hinterhof, oder Garagenfirmen die mit recycelten Materialien arbeiteten,
hielt die Leute am leben.

In der dritten Welt führte die Wirtschaftskrise und der Klimawandel zu dünkleren,
katasrophaleren Ereignissen. Eine große Anzahl an Flüchtlingen, Hungernden, Kranken
und Wirschaftsflüchtlinge gingen auf Wanderschaft und verursachten Chaos und Konflikte.
Ganze Nationen zerfielen, und die Körper begannen sich zu stapeln. Die Welt sah zu als
das große Aussterben begann, und die glücklichen seufzten „Gottseidank bin ich das nicht“.

Als die zweite Dekade des Jahrhunderts anbrach, führte die Ölkrise zu politischen Unruhen
auf der ganzen Welt. Der Nahe Osten, das globale Ölreservoir, war am härtesten betroffen.
Religiöse, Kulturelle und politische Parteien führten zur katastrophalen Gewalt und
willkürlicher Zerstörung auf einer massiven Ebene. Der schreckliche Höhepunkt kam 2014,
als westliche Mächte taktische Nuklearwaffen benutzten, um die Ölfelder vor einer
revolutionären Armee zu verteidigen, was zu katastrophalen Umständen führte und zahlreiche
wichtige Ölfelder zu radioaktiven Sperrzonen verwandelte. Darauf wurden die Regierungen
gestürzt, und die Anarchie wuchs empor. Mobs, Todes Schwadronen und religiöse
Säuberungsaktionen warfen die Welt auf den Stand einer prä-technologischen,
Stammesartigen Ödland.

In den industrialisierten Ländern wurde die Lage immer schliemmer.
Die Leute konnten mit Stromausfällen und -rationalisierungen leben, sie waren aber nicht
auf einen Aufruhr wegen Nahrung, Ausbrüche von Viren, oder dem Zusammenbruch der
Wirtschaft vorbereitet. Die Krankenhäuser füllten sich. Einst undenkbar, gewöhnten sich
die Leute an den Anblick von Hunger und Tod auf ihren eigenen Straßen, und versuchten
lediglich zu überleben. In der Zwischenzeit wurde die Krise als die
„neuen, dreckigen 30er“, in Anlehung an die Weltwirtschaftskrise in den 1930ern die viel
einfacher erschien, bekannt.

Sehnsüchtig nach Energie, fanden sich die Supermächte, die Vereinigten Staaten, Europa,
Russland und China in einer Pattsituation, wenn es um das größte Ölreservoir der Welt ging,
genauer gesagt der Kaspischen Ebene in Zentralasien. Es gab nicht genug Öl für alle,
und keiner konnte es alleine bekommen. Also vereinigten sie sich in zwei Blöcke:
Die Westliche Koalition, bestehend aus den USA und EU, und der Roten Stern Allianz,
die aus der „Shanghai Cooperation Organization“ hervorging, bestehend aus China und
Russland. Jede Seite stellte Raketenabwehrsysteme auf, was die nukleare Kriegsführung
sinnlos machte. Also mussten beide Parteien mit konventionellen Armeen kämpfen.
Beide Seiten rüsteten massiv auf, Soldaten wurden eingezogen und verschifft, Fahrzeuge,
welche mit synthetischen Treibstoffen angetrieben wurden, verließen die Fließbänder.
Die Region gleicht einem Pulverfass, wo sich beide Seiten verschanzen und sich
gegenseitig beobachten. Jeder weiß das es nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand
den ersten Schuss macht.

Die Antwort die wir auf die Frage, „Was würde passieren wenn es ausgehen würde“,
scheint zu sein, das die Leute um die letzten Tröpchen kämpfen werden.



Was bisher geschah

Die Welt von Frontlines befindet sich im Jahr 2024. Sie ist das bedrückende Ergebnis der Exzesse und Fehltritte des 20. Jahrhunderts. Überbevölkerung, Umweltzerstörung, technologischer Fortschritt und der Zerfall politischer und kultureller Strukturen haben aus der Welt einen gefährlichen und chaotischen Ort gemacht.

Zwei unzertrennlich miteinander verwobene Entwicklungen üben den größten Einfluss auf den Zustand der Welt des Jahres 2024 aus: Überbevölkerung und Umweltzerstörung. Das Wachstum der Bevölkerung auf über 7,5 Milliarden Menschen führte dazu, dass die Umwelt unter den Anforderungen der Menschheit zusammenbrach. Durch die jahrelange Umweltverschmutzung wandelte sich das Klima wesentlich stärker, als es alle Computermodelle je vorausgesagt hatten: Wälder starben, Felder verwandelten sich zu Wüsten, Gletscher schmolzen und trockene Gebiete wurden überflutet. Am schlimmsten jedoch ist das dramatisch veränderte Wetter. Die gewohnten Wetterzyklen wurden auf den Kopf gestellt. Schnee fiel in Wüsten, jährliche Regenfälle blieben aus und eine neue Klimakatastrophe nahm ihren Lauf. Dies wirkte sich auch auf das menschliche Zusammenleben aus: Die Landwirtschaft brach zusammen und Wasserquellen versiegten, es kam zu Hungersnöten, Abwanderungen und Konflikten. Über tausend Jahre alte Systeme zur Unterstützung der Wirtschaft und der Bevölkerung wurden durch das Fehlen natürlichen Kapitals aus den Angeln gehoben. Und alle, die davon abhängig waren, standen vor dem Nichts.

Zusätzlich beendete die Erschöpfung der fossilen Brennstoffe die einst stetig steigende Versorgung mit günstiger Energie. Als die großen Erdöl-, Gas- und Kohlevorkommen versiegten, wurden die Bemühungen zur schnellstmöglichen Erschließung kleinerer Vorkommen immer aggressiver, angespornt durch stetig steigende Marktpreise. Ganze Nationen kämpften um Energievorkommen, die vormals als zu gering erachtet wurden. Unzählige Kleinstaaten, wie das südamerikanische Venezuela oder diverse mittelasiatische Staaten, erlebten einen Aufschwung, als ihre einst bescheidenen Energievorkommen mit einem Mal unvorstellbar wertvoll wurden und Kapital sowie politischer Einfluss plötzlich stiegen. Dies sorgte für eine kurze Phase der Modernisierung und des Wohlstands, zumindest für eine kleine elitäre Klasse, bis auch deren Vorkommen erschöpft waren und sie wieder in ihren vorigen wirtschaftlichen Status zurückfielen.

Der durch die Überbevölkerung enorm gestiegene Bedarf an natürlichen Rohstoffen und finanziellen Mitteln sowie die schwindende Energieversorgung verlangten einen hohen Preis vom einst so mächtigen System aus Staaten und Superstaaten. In der Dritten Welt, vor allem in Afrika und Südostasien, lösten sich einst mächtige Staaten einfach auf und zerfielen in ein wildes Durcheinander aus unzivilisierten Landstrichen, Stammesbündnissen und von Kriegsherren besetzten Ländereien. So ist beispielsweise das durch übermäßigen Raubbau völlig zerstörte und abgerodete Indonesien in großen Teilen eine Hochburg gefährlicher Piratenstämme, die untereinander um das Recht kämpfen, Eindringlinge und Nachbarn ausplündern zu dürfen. In anderen Gebieten, wie zum Beispiel Mittelasien und dem Nahen Osten, konnte die Integrität der einzelnen Staaten nur durch den äußeren Einfluss anderer Staaten aufrecht erhalten werden. Manchmal geschah dies als Akt der Unterstützung oder als Teil eines Bündnisses. Manchmal wurden die Staaten einfach eingegliedert oder durch eine Marionetten-Regierung kontrolliert. So wurde etwa Afghanistan von der Westkoalition - einem Bündnis der ehemaligen NATO-Staaten - besetzt und annektiert, um als sicherer Stützpunkt zur Sicherung ihrer Energiegewinnungs-Operationen in der Region zu dienen.

Durch den Energiemangel sank bei den Industrienationen der Einfluss und der Geltungsbereich der Nationalstaaten. Die Supermächte wurden geschwächt, weil sie ihre Macht nicht mehr auf große Entfernungen außerhalb ihrer Grenzen ausüben konnten. Kleinere Staaten wurden in Bündnisse und untergeordnete Rollen gezwungen, um weiterhin die Rohstoffe erhalten zu können, die sie zum Erhalt ihrer Souveränität benötigen. So wurden die Supermächte zwar im Vergleich untereinander geschwächt, gegenüber kleineren Staaten jedoch wurden sie gestärkt. Im Allgemeinen wurden die Entwicklungen der in den vorherigen Jahrzehnten geprägten Globalisierung umgekehrt. Sie sind einer stärkeren Regionalisierung gewichen, die die Staaten zu direkteren Beziehungen mit ihren Nachbarn zwingt. Auf fast allen Kontinenten werden kleinere und größere Kriege geführt, und so schickt sich das 21. Jahrhundert bereits in seinen ersten 24 Jahren an, die zahllosen Todesopfer des 20. Jahrhunderts bei weitem zu übertreffen.

Fast alle Nationen, egal ob reich oder arm, entwickeln sich immer mehr zu Zweiklassengesellschaften, in denen der Mittelstand verschwindet und die Kluft zwischen der oberen und unteren Klasse stetig wächst. So kam es zu massiven Bürgerunruhen und zu internen Konflikten, in denen sich die Armen gegen die ungleiche Verteilung der knappen Güter auflehnten, während die Reichen mithilfe von Technologie und staatlichen Hilfsmitteln versuchten, ihren Status aufrecht zu erhalten. Dies führte in starken Staaten zu steigender staatlicher Unterdrückung. Grundrechte und Freiheiten der Bürger wurden eingeschränkt. Schwächere Staaten hingegen wurden gestürzt, von extremistischen politischen Kräften übernommen oder versanken endgültig im Klassenkampf. Allgemein lebte ein neuer Totalitarismus auf, besonders in Staaten wie Russland oder China, die in der Vergangenheit bereits ihre Erfahrungen darin hatten. In 'freieren' Teilen der Industrienationen, deren Bevölkerung mit den Idealen von Demokratie und Freiheit aufgewachsen ist, werden immer ausgefeiltere Techniken der gesellschaftlichen Manipulation und der Meinungsbildung benötigt, um die wachsende Unruhe der Bevölkerung zu unterdrücken. Doch auch hier setzen Regierungen immer häufiger statt auf Propaganda und Fehlinformationen auf rohe Gewalt, um gegenläufige Meinungen zum Verstummen zu bringen. Alle Industrienationen setzen auf Gewalt, um störende Elemente innerhalb der Bevölkerung ruhig zu stellen. Als Ergebnis entwickeln sich immer mehr Polizeistaaten, in denen die zivilen Regierungseinrichtungen immer mehr die Kontrolle über das immer mächtigere Militär verlieren.

Die Länder, die nicht in der Lage waren, um die knappen Energie- und Rohstoffreserven zu kämpfen, mussten sich als Erste mit dem Problem der schwindenden Energieversorgung auseinandersetzen. Indien setzte zum Beispiel auf günstige, effiziente, technisch meist fortschrittliche, alternative Energiequellen, wie zum Beispiel Solar- und Windenergie oder auch Biokraftstoffe, um den täglichen Energiebedarf zu decken. Vieles davon wurde auch in einzelnen Haushalten und ganzen Wohngegenden zur Eigenversorgung übernommen. In den Industrienationen, wo man den Luxus günstiger Energie gewohnt war, führte der fortschreitende Energiemangel zu dramatischen Änderungen des Lebensstils. Bis auf eine kleine elitäre Minderheit mussten sich alle an einen niedrigeren Lebensstandard gewöhnen. Der zuvor recht verschwenderische Umgang mit Energie, zum Beispiel durch gelegentliche Fernreisen, über die Maße ausgeleuchtete Städte oder Fahrzeuge mit nur einem Insassen, wich effizienteren Lösungen, die vor allem praktisch und langlebig waren. Die Menschen lernten wieder, Nahrung anzubauen und alles etwas haltbarer zu machen. Die Glücklichen, die von Katastrophen und anderen verheerenden Veränderungen verschont blieben, gewöhnten sich schnell an einen einfacheren Lebensstil. In weiten Teilen der Dritten Welt konnte jedoch keine noch so große Änderung des Lebensstils das Unausweichliche verhindern: ein Massensterben. Vielerorts in Afrika, dem Mittleren Osten und Südasien lebten einfach zu viele Menschen. Seuchen und Hungersnöte löschten ganze Familien und Kulturen aus, Städte brannten nieder und wo es noch konnte, versuchte die Natur, kultivierte Landstriche zurückzuerobern.

So wie einst die Europäische Union entstand, um den Stahlhandel zu regulieren, schlossen sich einzelne Staaten zu 'supermächtigen' Bündnissen zusammen, um ihren Einfluss zu bündeln und so gegenseitig ihre Energievorkommen zu sichern, auch wenn immer wieder mal andere gemeinsame Ziele als Vorwand genannt wurden. Die Idee dahinter war einfach: Wenn die Energiereserven nur für etwa die Hälfte der Welt reichten, hätte die Hälfte die besten Chancen zur Sicherung dieser Reserven, die sich zu diesem Zweck vereint. Die derzeitige Ordnung entstand aus diplomatischer Bequemlichkeit. Für Russland und Asien war es schlicht einfacher, sich zusammenzuschließen und die zwischen ihnen liegenden mittelasiatischen Ölvorkommen zu teilen, als darum zu kämpfen. Letzteres hätte zwangsläufig zur gegenseitigen Vernichtung geführt, womit das Öl an ihre gemeinsamen Feinde übergegangen wäre. Und da ein Konflikt mit China über den russischen Teil Sibiriens unausweichlich schien, hielt Russland es für klüger, die Chinesen auf der eigenen Seite zu wissen, um den Konflikt vielleicht doch zu vermeiden oder zumindest zu entschärfen. Außerdem konnte man so die Chinesen besser beobachten. Letztendlich war das Ergebnis dennoch dasselbe, da chinesische Einwanderer schnell das Bevölkerungsloch schlossen, das Russlands abnehmende Bevölkerungszahl in Sibirien hinterlassen hatte. Sibirien wurde wieder chinesisch.

Die Westkoalition wuchs wesentlich natürlicher zusammen, da die NAFU-Staaten und die EU in der NATO schon sehr lange miteinander verbündet waren. Im Prinzip wurde das NATO-Bündnis einfach wiederbelebt, um das Grundgerüst der Koalition zu stellen, als sich die Rotstern-Allianz formierte, um ihrerseits die Energievorkommen in Mittelasien zu bündeln. Da es innerhalb der Koalition keine großen territorialen Spannungen gab, war sie erheblich stabiler und verfolgte auch ihre Ziele im Ausland deutlich zielstrebiger. Mächtige Verbündete, wie Indien, Pakistan oder auch Japan, schlossen sich allein schon deshalb an, weil sie sich durch die Existenz der Rotstern-Allianz bedroht fühlten. Das Hauptproblem der Koalition lag jedoch in der weit verstreuten Aufteilung ihrer Mitgliedsstaaten, die zumeist weit von den strategischen Zielen entfernt waren, die sie zu kontrollieren versuchten. Als die Ressourcen immer knapper wurden, verschwendete die Koalition im Ausland letztlich sehr viel Energie, die sie daheim hätte gebrauchen können. Regionen wie Kalifornien oder Kanada, die den Bedarf ihrer Bevölkerung mit einheimischen Ressourcen decken konnten, opferten diese letztlich, um so Aneignungsvorhaben in weit entfernten Orten zu finanzieren, von denen die meisten obendrein scheiterten. Dies spaltete die Koalition und führte zu erheblichen internen Spannungen, die bis heute nicht bereinigt werden konnten.

Wenn es im 21. Jahrhundert ein herausragendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit und die Vernunft der Menschheit gab, dann war dies die Südamerikanische Sozialistische Föderation. Die Regierungen in Südamerika unternahmen viele bewundernswerte Schritte, um die Bevölkerungen ihrer Länder zu erhalten und zu beschützen. Vielleicht lag es auch daran, dass sie schon lange vor allen anderen Nationen mit Problemen des Warenmangels, der Armut und des Staatsterrorismus zu kämpfen hatten. Sinnvolle Methoden der Rohstoffverteilung, fairer Handel und gesetzliche Besitzrechtsregelungen - von denen einige recht drastisch waren - konnten viel von dem Leid abwenden, welches in den restlichen Teilen der Welt zu spüren war. Abgesehen davon, dass sie immense Verwüstungen anrichteten, sorgten die imperialistischen Angriffe der nordamerikanischen Staaten nur dafür, dass Südamerika noch stärker zusammengeschweißt und das gemeinschaftliche Bewusstsein gestärkt wurde. Entstanden ist daraus eine beispiellose Zusammenarbeit, um den kommenden schweren Zeiten entgegenzutreten.


Der Alltag

Abgesehen von den Änderungen in modernen und auch weniger modernen Lebensstilen, geht das Leben in Frontlines trotzdem weiter. Es gibt jedoch einige gravierende Unterschiede, wie diese Änderungen in den Industrienationen (IN) erlebt wird und wie in der Dritten Welt (DW). In vielerlei Hinsicht führte die Krise des 21. Jahrhunderts zur Vermischung innovativer, technologisch weit fortgeschrittener Lösungen mit einer Wiederbelebung alter, traditioneller Methoden.

In den IN führte der Energiemangel zu einer Neugewichtung der Prioritäten der kapitalistischen Volkswirtschaft. Obwohl viele Produkte und Errungenschaften der Moderne von großem Nutzen sind, waren es vor allem die unvermeidlichen Begleiterscheinungen der Volkswirtschaft, zum Beispiel unbegrenztes Wachstum, künstlich erzeugtes Käuferinteresse, ausufernder Materialismus und exzessive Verschwendung, die zum jetzigen Zustand der Welt geführt haben. Die ersten Veränderungen, die mit der Wirtschaftskrise und der schwindenden Energieversorgung einhergingen, waren der Wegfall verschwenderischer Gewohnheiten. Dazu gehörten bequeme individuelle Transportmöglichkeiten, übertriebener und unnutzer Verbrauch von Energie, Wegwerfartikel mit geplanter Lebensdauer, persönlicher Erwerb unbegrenzten Reichtums und die durch den späten Kapitalismus ermutigte dekadente Lebensführung. Es gab einfach von allem genug, um es verschwenden zu können. Die Produktionskapazitäten wurden gesenkt und der gesellschaftliche Fortschritt verlangsamt. Dafür wurden die Waren wieder mit dem Ziel der Langlebigkeit entworfen und die Prozesse der Wiederverwendung, des Recyclings und der Aufarbeitung wurden in den Wirtschaftsprozess integriert. Zusätzlich wurden Spezialprodukte durch Mehrzweckprodukte ersetzt. In den IN wurden wieder alte, einfache Methoden zur Erfüllung grundlegender Bedürfnisse eingeführt: Regentonnen zum Sammeln von Wasser, eigens gehaltene Tiere zur Nahrungsversorgung, Dachgärten in den Städten, zur Nahrungsproduktion umfunktionierte Erholungsgebiete und Tauschhandel für Waren und Dienstleistungen. Lebensstandard und Lebensziele der Bevölkerung sanken. Die Menschen gewöhnten sich wieder an den öffentlichen Nahverkehr und die damit verbundene Beschränkung der Reisemöglichkeiten. Es gibt kaum noch Handel über lange Distanzen und Importprodukte sind eine Seltenheit geworden. Sonnendestillationsanlagen zur Kondenswassergewinnung und zur Destillation von Salzwasser finden sich in fast jedem Haushalt. Das Solarmodul auf dem Dach ist zum Symbol dieses Zeitalters geworden und oft die einzige Energiequelle des Hauses. Innerhalb dieser Grenzen der Energieversorgung haben die Menschen zu leben gelernt.

In den IN und den herrschenden Klassen der DW sind immer noch zahlreiche Hi-Tech-Annehmlichkeiten verfügbar, wie zum Beispiel Computer, Telefone und Unterhaltungselektronik, sofern es das Budget zulässt. Für wenige Privilegierte stehen außerdem eine ausgezeichnete gesundheitliche Versorgung und Medikamente zur Verfügung. Die oberen Klassen nutzen die Technologie, um sich von den unteren Klassen abzugrenzen und um Daten über die Bevölkerung zu sammeln und zu speichern.

Alte Gebäude mit altmodischem Energiebedarf - z.B. durch elektrische Aufzüge, spezielle Klimageräte oder elektrische Beleuchtung - werden nicht mehr genutzt. Städte werden willkürlich effizienzsteigernd umgerüstet, wodurch einige Gebäude zurückgewonnen oder umfunktioniert werden. Durch steigende Energiepreise wurden automatische oder motorengetriebene Maschinen wieder durch menschliche Arbeitskraft ersetzt. Die Kultur verlagert sich wieder weg von Medien und Netzwerken und zurück auf Straßen und Nachbarschaften.

Auch die Klimabedingungen beeinflussen den Alltag der Menschen. Vielerorts gibt es jetzt Wassermangel in Gebieten, die früher immer bestens versorgt waren. Die globale Erwärmung führte zur Ausdehnung der tropischen Klimazone über die Wendekreise hinaus, einst gemäßigte Gebiete wurden absorbiert. Neue Anbaupflanzen mussten beschafft und saisonale Veränderungen bedacht werden.

In der DW ist die Situation noch düsterer. Vielerorts sorgte die wachsende Bevölkerung für den Zusammenbruch des Ökosystems, was zu einem anhaltenden Massensterben führte. Massiver Bevölkerungsrückgang war die Folge. Für die Überlebenden, die es gewohnt sind, sich in Zeiten der Not mit bescheidenen Mitteln am Leben zu halten, geht das Leben nun allmählich weiter, da sie weniger Konkurrenz auf ihrem Überlebensweg zu fürchten haben. Der Mangel an zuvor verfügbaren natürlichen Rohstoffen, wie zum Beispiel Holz, brachte die Menschen dazu, sich neue Möglichkeiten auszudenken, um den Müll und die Wegwerfprodukte aus alten Verschwenderzeiten zu recyceln. Müllplätze sind aufgewühlt und ihr Inhalt wurde aus reiner Notwendigkeit wieder in einen praktischen Nutzen gezwungen.

geschrieben von zeVeNoM | 4 Kommentare | kommentieren

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